Anagramme wurden auch in der Wissenschaft benutzt. Hier diente das
Anagrammieren nicht als Kunstform sondern zur sicheren
Verschlüsselung von wichtigen Informationen, die der
Öffentlichkeit zunächst noch nicht mitgeteilt werden sollten.
Dazu wurde der geheim zu haltende Klartext anagrammiert, das
heißt, seine einzelnen Buchstaben wurden beliebig umgestellt. In
der Kryptographie wird dieses Verfahren als Transposition bezeichnet.
Im einfachsten Fall reicht es aus, die Buchstaben des Klartextes
schlicht in alphabetischer Reihenfolge zu sortieren. Der durch
Anagrammieren entstandene Geheimtext wurde veröffentlicht.
Anders als bei den üblichen kryptographischen Verfahren, diente
diese Art der Verschlüsselung nicht dazu, eine Nachricht von einem
Sender an einen Empfänger geheim zu übermitteln, die dieser
dann mit seinem Schlüssel wieder entschlüsseln und danach die
Nachricht lesen konnte. Es gibt hier nämlich keinen
Schlüssel. Folglich kann die Nachricht nicht entschlüsselt
werden. Auch eine Entzifferung, also das „Knacken“ des
Geheimtextes, ohne über den Schlüssel zu verfügen, war
nicht möglich. Das schafft man übrigens selbst mit modernen
kryptanalytischen Methoden aufgrund der möglichen Mehrdeutigkeit
der Umkehrung außer in Ausnahmefällen noch immer nicht.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Anagramm